Wir sind bereit, für die Energiewende Opfer zu bringen, aber wir wollen dafür nicht geopfert werden!

Geplante Windkraftanlagen der Gemeinde Schaafheim

Auf dem Gemeindegebiet von Schaafheim befinden sich zwei der südhessischen Vorranggebiete für Windenergie.

Die Vorrangfläche 2-88 befindet sich südwestlich von Schaafheim in unmittelbarer Nähe der Straußenfarm, die Vorrangfläche 2-117 [Vorrangfläche Nummer 3 im Bild] liegt 1000m östlich von Dorndiel und ca. 1000m südlich von Schaafheim und Mosbach direkt an der bayrisch/hessischen Landesgrenze.

In der Präsentation „Sachlicher Teilplan Erneuerbare Energien für Südhessen Vorranggebiete 2-88 und 2-117 in Schaafheim“ (LINK) werden beide zur Verfügung stehenden Vorranggebiete erläutert:

Vorranggebiet 2-88

  • Größe 28 ha
  • Windhöfigkeit: 5,75 m/s in 140 m Höhe über Grund
  • Liegt im Schutzbereich der Flugsicherungsanlage Charly. Belange des Luftverkehrs sind im Genehmigungsverfahren abschließend zu klären
  • Das Vorranggebiet überlagert eine bestehende Ferngasleitung. Die Abstände zwischen Leitung und WEA sind im Genehmigungsverfahren zu klären
  • Das Vorranggebiet liegt in den Prüfradien der Gesamtanlage Schaafheim GA (B) und der Schaafheimer Warte (B). Die Prüfung ergab keine erheblichen Beeinträchtigungen
  • keine Angaben über Bodendenkmäler
  • Keine Altlasten bekannt
  • Keine besonderen Anforderungen des vorsorgenden Bodenschutzes
  • Keine besonderen Anforderungen hinsichtlich Trinkwasserschutz

Vorranggebiet 2-117:

  • Größe: 80,9 ha
  • Windhöffigkeit: 5,75 – 6 m/s in 140 m Höhe über Grund
  • Liegt im Schutzbereich der Flugsicherungsanlage Charly. Belange des Luftverkehrs sind im Genehmigungsverfahren abschließend zu klären
  • Wasserschutzgebiet Zone III betroffen
  • Das Vorranggebiet liegt im Prüfradius der Burg Breuberg (A). Die Prüfung ergab keine erheblichen Beeinträchtigungen
  • Keine Angaben über Bodendenkmäler
  • Keine Altlasten bekannt
  • Keine besonderen Anforderungen des vorsorgenden Bodenschutzes

In der Online-Informationsveranstaltung werden diese Informationen näher erläutert. Hier ein kleiner Auszug aus dem Vortrag. Zuerst stellt Frau Angelika Buschkühl-Lindemann vom RP-Darmstadt die Ausschlusskriterien [Link] der Vorrangflächen dar. Sie erläutert die zu beachtenden Kategorien:

  • Kategorie 2 (Verkehr, Infrastruktur, militärische Anlagen): Innerhalb des 3km Radius um das neue Funkfeuer Charly ist der Bau von WKA ausgeschlossen.
     Im Umkreis von 15km um die Flugsicherungsanlage „Charly“ prüft das „Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung und die „Deutsche Flugsicherung“ in Langen die Standorte und die Höhen der Anlagen (die Vorranggebiete in diesem Umkreis werden als Vorranggebiete ohne Ausschlusswirkung“ benannt). Belange der beiden Behörden können der Errichtung entgegenstehen! Bisher steht jedoch die maximale Anzahl der Anlagen in diesem 15km-Radius noch nicht fest. 
  • Kategorie 7 (Natura 2000 Gebiete und Artenschutz: Es existiert eine kleine Fläche „Altwaldbestand“ im Norden der Vorrangfläche 2-117. Dieser Wald ist wichtig für windkraftempfindliche Fledermausarten [Anmerkung: Weshalb wird hier kein Abstand eingehalten?]
    Sollten Brut- und Nistplätze von Uhus und Rotmilane vorhanden sein, muss ein Abstand von 1km um den Horst eingehalten werden. Dies ist in Schaafheim wohl nicht der Fall. Es sind keine Brutstätten bei der Naturschutzbehörde und bei der Vogelschutzwarte bekannt.

Weiterhin für die Planung zu beachten ist der Denkmalschutz der „Schaafheimer Warte“ – Wartturm. Die Vorrangfläche 2-117 liegt im Prüfradius (5km) um die Burg Breuberg im Odenwald. Die Burg ist als „Denkmal mit überregionaler Bedeutung“ eingestuft. Der Hauptanblick ist von Osten und Westen festgelegt (?)

Anschließend konnten in der Informationsveranstaltung noch Fragen gestellt werden. eine Bürgeranfrage bezüglich der Bedenken des „Planungsverband bayrischer Untermain“ wegen Beeinträchtigung der Trinkwasserversorgung in der Region stellt nach Frau Buschkühl-Lindemann kein Problem dar.  Ein Bürger fragt wegen mehrere Brutplätze von Rotmilanen im Bereich Buchertsgräben. Weiterhin stellt er die Behauptung in den Raum, dass sich bis zu 30 Rotmilane bei uns treffen, bevor sie in den Süden ziehen. Frau Buschkühl-Lindemann erwidert, dass hier keine Brutstandorte öffentlich bekannt sind. Dies wird jedoch beim Genehmigungsverfahren zur Erstellung der Raumnutzungsanalyse untersucht.

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